Beschreibung:
Egon Erwin Kisch wurde 1885 in Prag geboren. Dort besuchte er die Journalistenschule, war als Lokalreporter für "Bohemia" tätig. Er war Soldat im ersten Weltkrieg. 1921 übersiedelte er nach Berlin, unternahm Reportagereisen in die Sowjetunion, die USA und nach Australien. Nach dem Reichstagsbrand wurde er festgenommen und anschließend nach Prag abgeschoben. Stationen seines Exils: von 1933 bis 1939 Paris, 1937/38 Spanien, nach Kriegsbeginn USA, seit 1940 Mexiko. 1946 kehrte er nach Prag zurück, dort starb er 1948.
Wilhelm Thiemann hat den chinesischen Alltag in den Jahren 1926 bis 1936 auf bisher nahezu unbekannten, authentischen Dokumentarfotos festgehalten. Der deutsche Ingenieur lebte in dieser Zeit als Geschäftsmann in China. Obwohl kein professioneller Fotograf, gelang es Thiemann, Situationen und Gesichter von großer Lebendigkeit einzufangen, die den chinesischen Alltag in der Stadt und auf dem Land intensiv nacherlebbar machen. Begleitet werden die Fotografien von den literarischen Reportagen Egon Erwin Kischs aus dem Jahr 1932, die die Zeit des Übergangs vom Kolonialismus zum revolutionären Umbruch in China schildern.