Der Morgen auf dem Lande

Der Morgen auf dem Lande
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Artikel-Nr:
9783518025543
Veröffentl:
1997
Einband:
Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Seiten:
182
Autor:
Jan Christ
Gewicht:
300 g
SKU:
INF1100165032
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Eine Großmutter, die schreibend auf einem brandenburgischen Vorwerk ihren Lebensabend verbringt, versorgt von einer ledigen Tochter Mathilde. Aufs Vorwerk kommt der Held der Geschichte, fünfjährig, abgeschoben von der Mutter und den Brüdern, die dem Vater bei Kriegsbeginn nach Polen folgen. Mathilde stürzt sich auf das Kind, dem diese Nähe unheimlich wird. Zur bewunderten Großmutter ergibt sich eine Beziehung erst, als sie nicht mehr schreibt, sondern zu erzählen beginnt vom verlorenen Paradies der Kindheit, Semionken. Später geht die Familie, ohne den Vater, auf die Flucht. An der Elbe finden sie Unterkunft in einem Kurbad, das seinen Berieb eingestellt hat. Die Mutter entzieht sich dem Sohn, ähnlich wie die Großmutter, schreibend. Erst später finden die Brüder heraus, dass sie Briefe an den Vater schreibt, ihn in Gefangenschaft wähnend. Der ältere Bruder wirft sich zu seinem Hüter auf und bedroht immer wieder die Idylle, die er sich aus unaufhörlicher Lektüre und dem nie erfüllten Wunsch nach der Nähe der Mutter gebildet hat. Der neue Staat in der Gewalt der politischen Jugendorganisation versucht ihn einzuholen, aber die Fahne, die er während der Weltjugendfestspiele an der Tribüne vorbeizutragen hat, fällt ihm hin, er wird ausgeschult. Eine Irrfahrt beginnt, die ihn zuerst in eine Klinik für psychisch Kranke führt. Aus dem Therapieschlaf erwacht er in die Erzählungen der Patienten hinein, die von legendären Schiffsreisen berichten; bei den Atlantikfahrern möchte er bleiben. Entlassen treibt er sich herum, auf Gleisanlagen und in Zügen, und wird von den Staatsorganen aufgegriffen. In einem Betrieb soll ihm Arbeitsdisziplin beigebracht werden. Als nächtlicher Spänekarrer träumt er davon, sämtliche Parolen von den Wänden zu reißen. Er kommt in eine Leipziger Buchhandlung, wird Bote und erlebt den Herztod der Seniorchefin, als habe er ihn verschuldet. Er flieht und gerät, letzte Station, nun schon im Westen, in eine Packerei, wo ihn eines Tages der Bruder entdeckt. Er verlässt das Land der Aufsteiger, gibt seiner Lust zu wandern nach, in Italien, aber der Bruder schreibt, die Mutter liege im Sterben. Er kehrt zurück.
Der Held, der anonym ist, äußert sich nicht, er "wird" geäußert durch die Art, wie der Verfasser die Welt mit dem Blick seines Helden schreibend verwandelt. Diese Welt wird zur Katastrophe, der er sich auch fliehend nicht entziehen kann und die in Gestalt des Bruders immer wieder mahnt, fordert, ihn schließlich einholt. Zur Mutter dagegen, die in einer ähnlichen Lage ist wie er selber, aus der er sich schreibend nicht befreien kann, biete sich die einzig intakt gebliebene Bindung an, aber die Mutter stirbt.

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