Gesammelte Werke, 10 Bde. Die Entwicklung des Erkennens. Tl.3

Das biologische Denken; Das psychologische Denken; Das soziologische Denken. Vorw. v. Fritz Kubli
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ISBN-13:
9783129292006
Einband:
Taschenbuch
Seiten:
315
Autor:
Jean Piaget
Gewicht:
358 g
Format:
210x135x13 mm
Serientitel:
Gesammelte Werke, 10 Bde., 10
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Jean Piaget, 1896 in Neuchatel geboren, 1980 gestorben, ist einer der bedeutendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts auf den Gebieten der Entwicklungspsychologie und Erkenntnistheorie. Seine vielfältigen Untersuchungen haben das philosophische, anthropologische, psychologische und soziologische Denken unserer Zeit grundlegend beeinflusst.
Piaget war zwischen 1926 und 1954 Professor für Psychologie in Neuchâtel, Genf und Lausanne. Bis 1967 war er Direktor des Internationalen Erziehungsbüros, ab 1932 leitete er auch das Institut Jean-Jacques Rousseau. Piaget war einer der Hauptvertreter der Entwicklungspsychologie (Genfer Schule); er befasste sich vor allem mit der Entwicklung der kognitiven Strukturen beim Kind sowie mit erkenntnistheoretischen Fragen.
Mit diesem dritten Band der "Entwicklung des Erkennens" schließt Piaget seine Überlegungen zur Erkenntnistheorie ab. Nach dem mathematischen und dem physikalischen Denken beschreibt er Formen des wissenschaftlichen Denkens, wie es in der Biologie, in der Psychologie, aber auch in der Soziologie und im Rechtsdenken beobachtet werden kann. Piaget gelangt damit jedoch nicht an ein Ende, sondern wieder an den Anfang seiner Überlegungen zurück: Die Formen wissenschaftlichen Denkens lassen sich nicht linear aufreihen, sondern nur zum Kreis zusammenschließen, der, wie der Farbkreis, die einzelnen Spektralbereiche zusammenfasst. Im ersten Teil seines dritten Bandes befasst sich Piaget vor allem mit den Problemen der biologischen Klassifikation, sind doch die darin enthaltenen Ordnungsrelationen eng mit den logischen "Gruppierungen" verwandt, die Piaget als eine wesentliche Stufe in der Entwicklung des Denkens überhaupt, besonders aber auf dem Weg zur Erarbeitung des Zahlbegriffs und des Längenbegriffs betrachtet. Piaget ist sich aber auch bewusst, dass die Klassifikation der Lebewesen eine wichtige Voraussetzung für die Entdeckung der Evolution darstellt. Mit den biologischen Entwicklungstheorien befasst er sich deshalb eingehend, vergleicht sie mit den dazu parallelen Erkenntnistheorien und zeigt, dass der verbreitete methodologische Empirismus des Biologen keineswegs mit den Prinzipien übereinstimmt, die dieser innerhalb seines Fachbereichs, etwa bei den Mutations-und Entwicklungstheorien, akzeptiert.Im zweiten Teil steht vor allem der psycho-physiologische Parallelismus im Zentrum der Betrachtungen. Die bewussten Handlungen beinhalten Entscheidungsfreiheit, den Aufbau eines Wertsystems oder gar einer Werthierarchie. Die physiologischen Prozesse jedoch, ohne die kein Handeln möglich ist, sind kausal determiniert. Dieser Widerspruch lässt sich nicht ras der Welt schaffen; man muss vielmehr annehmen, dass die zwei Prozesse, der kausal physiologische und der implikative bewusste, parallel nebeneinander herlaufen, ohne dass man sie miteinander vermischen darf: hier hat der Kreis der Wissenschaften eine Nahtstelle. Das soziologische Denken schließlich ist eng mit dem psychologischen verwandt. Auch hier bildet sich keine lineare Kette: Biologie - Psychogie - Soziologie, sondern die beiden letztgenannten Disziplinen "behandeln dasselbe Objekt, aber von zwei verschiedenen, komplementären Seiten aus". Der psycho-physiologische Parallelismus, der beim Individuum Bewusstsein und Physiologie sowohl trennt als auch verbindet, lässt sich deshalb auch im Sozialen feststellen.

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