Zimmerwald und Kiental

Weltgeschichte auf dem Dorfe
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ISBN-13:
9783034012980
Erscheinungsdatum:
15.09.2015
Seiten:
280
Autor:
Bernard Degen
Gewicht:
527 g
Format:
228x156x20 mm
Sprache:
Deutsch
Beschreibung:

Bernard Degen geb. 1952, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Departement Geschichte der Universität Basel. Er publiziert zur schweizerischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Julia Richers geb. 1975, ist Professorin für Neueste Allgemeine und Osteuropäische Geschichte am Historischen Institut der Universität Bern. Sie forscht und arbeitet unter anderem zur Geschichte der Russischen Revolution, zur Sowjetunion und zum Kalten Krieg.
In den Jahren 1915 und 1916, mitten im Ersten Weltkrieg, fanden in den entlegenen bernischen Bauerndörfern Zimmerwald und Kiental sowie im Volkshaus Bern geheime Konferenzen statt, die in die Weltgeschichte eingegangen sind. Die sogenannte Zimmerwalder Bewegung prägte bis 1917 die internationale Debatte im sozialistischen Lager und wurde von den Regierungen misstrauisch verfolgt und vielfach auch behindert.Unter der Leitung des Schweizer Sozialdemokraten Robert Grimm diskutierten sozialistische Kriegsgegnerinnen und -gegner aus neutralen Staaten und von beiden Seiten der Kriegsfronten über ihre Massnahmen zur Beendigung des Krieges. Lenin, Lev Trockij, Grigorij Zinov'ev, Pavel Aksel'rod, Julij Martov aus Russland, Georg Ledebour, Clara Zetkin und Willi Münzenberg aus Deutschland, Alphonse Merrheim und Albert Bourderon aus Frankreich, Karl Radek aus Polen, Anzelica Balabanova und Giacinto Menotti Serrati aus Italien, Cristian Racovski aus Rumänien und weitere bedeutende Persönlichkeiten der internationalen Arbeiterbewegung beteiligten sich an den Debatten. Die Tatsache, dass sich im Krieg Deutsche, Franzosen, Russen und andere auf ein gemeinsames Manifest einigen konnten, weckte unter der kriegsgeplagten Arbeiterschaft Europas neue Hoffnungen. Die Forderung nach einem Frieden ohne Annexionen und Kriegsentschädigungen war wegweisend, aber in den Friedensverhandlungen leider erfolglos. Das Buch zeichnet die faszinierende Geschichte der sozialistischen Kriegsgegnerinnen und -gegner nach und ergänzt sie durch Kurzbeiträge zu den wichtigsten Persönlichkeiten, Örtlichkeiten und Institutionen.
Bernard Degen, Julia Richers: Einleitung
Markus Bürgi: Die Zweite Internationale und der Krieg
Bernard Degen: Macht- und Orientierungslosigkeit im Sommer 1914
Daniel Marc Segesser: Der Erste Weltkrieg in globaler Dimension
Bernard Degen: Die Schweiz in den Kriegsjahren
Julia Richers: Bern als Zentrum von Geheimdiplomatie, Spionage und Konferenzen
Julia Richers: Osteuropäische Revolutionärinnen und Revolutionäre im Schweizer Exil
Bernard Degen: Vom Zusammenbruch der Internationale zur Zimmerwalder Konferenz
Bernard Degen: Von Zimmerwald bis Kiental
Adrian Zimmermann: Alternativen der Mehrheitssozialisten
Adrian Zimmermann: Soziale Unrast in Europa infolge des Krieges
Bernard Degen: Der Niedergang der Zimmerwalder Bewegung
Julia Richers: Zimmerwald als Erinnerungsort in der Sowjetunion
Julia Richers: Erinnern und Vergessenwollen in der Gemeinde Zimmerwald
Ruedi Graf, Urs Rohrbach, Ayse Turcan: Biografien